Die Olympischen Sommerspiele fanden 2024 hauptsächlich in der französischen Hauptstadt Paris statt. Über 11.000 Athlet*innen aus 206 Nationen traten in insgesamt 329 Wettkämpfen gegeneinander an. Am erfolgreichsten waren die USA mit 126 gewonnenen Medaillen.
Doch direkt zu Beginn wurden die Spiele von einem Skandal überschattet: Gotteslästerung bei der Eröffnungsfeier! Transpersonen stellten da Vincis „Das letzte Abendmahl“ dar. Und aus Jesus wurde eine Frau. Welch Unverfrorenheit!

Die Eröffnungsfeier
Am 26. Juli 2024 begann um 19:30 Uhr in Paris die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. In den vier Stunden gab es einen Mix aus Paraden, Musik, Reden … und Gotteslästerung. So zumindest die Behauptung. Angeblich seien Dragqueens zu sehen gewesen, die „Das letzte Abendmahl“ von Künstler Leonardo da Vinci darstellen sollten.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenDas letzte Abendmahl
„Das letzte Abendmahl“ ist ein Bild des italienischen Künstlers Leonardo da Vinci und zeigt Jesus Christus zusammen mit seinen zwölf Aposteln beim letzten gemeinsamen Abendessen, einen Tag vor seiner Kreuzigung. Dargestellt sind die Reaktionen der Aposteln direkt nach dem Jesus sagte: „Einer von euch wird mich verraten“.

Die Kritik
Für den christlichen Glauben hat „Das letzte Abendmahl“ daher eine durchaus wichtige Bedeutung. Umso verständlicher die Aufregung, wenn sich darüber lustig gemacht wird. So wurde die Eröffnungsfeier beispielsweise prompt von der französischen Bischofskonferenz scharf kritisiert. Ihnen zufolge seien Christen auf der ganzen Welt durch die Darstellung verletzt worden.
Auch von den deutschen Bischöfen gibt es klare Worte:
Das queere Abendmahl war […] ein Tiefpunkt und in der Inszenierung völlig überflüssig.
Stefan Oster, Bischof
Auch von außerhalb der Kirche gab es für den Auftritt viel Kritik. Doch ist sie berechtigt?
Wird „Das letzte Abendmahl“ gezeigt?
Ignoriert man mal die Kunstfreiheit, durch die die Inszenierung legitim wäre, auch wenn sie „Das letzte Abendmahl“ zeigt, müssen wir uns die Frage stellen, ob dem überhaupt so ist oder ob wir nicht etwas anderes gesehen haben.
Für Sasha Grishin, einen Kunsthistoriker der Australian National University, ist der Fall eindeutig:
Die Idee der zentralen Figur mit Heiligenschein und einer Gruppe von Anhängern auf beiden Seiten ist so typisch für die Ikonografie des letzten Abendmahls, dass es ein wenig tollkühn wäre, es auf eine andere Weise zu interpretieren.
Prof. Sasha Grishin, Kunsthistoriker
Allerdings sind auch andere Interpretationen möglich. So verweist die Expertin für Renaissance-Kunst, Louise Marshall, etwa darauf, dass in der Inszenierung 17 Dragqueens zu sehen waren. Beim „letzten Abendmahl“ seien aber nur die zwölf Apostel Jesu. Würde man das Gemälde nachstellen, müsste man sich auch an die Zahl halten.
Was sagt der Veranstalter?
Nun liegt Kunst nun einmal im Auge des Betrachters und interpretieren kann man viel. Direkt nach der ersten Kritik meldete sich der Veranstalter zu Wort und bat um Entschuldigung. Man habe nie die Absicht gehabt, unverschämt zu sein. Die Darstellung sollte Vielfalt demonstrieren und niemanden ausschließen.
Der Regisseur der Eröffnungsfeier, Thomas Jolly, sagte zudem im französischen Fernsehen, dass es sich bei der Inszenierung nicht einmal um eine Anspielung auf da Vincis „letztes Abendmahl“ gehandelt haben soll. Vielmehr wurde „Das Festmahl der Götter“ des niederländischen Künstlers Jan van Bijlert als Vorlage genommen.

Das Bild zeigt ein Bankett auf dem Olymp, bei dem unter anderem der griechische Gott Dionysos zu sehen ist. Er ist der Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase und wird bei der Eröffnungsfeier durch den blau angemalten Sänger und Schauspieler Philippe Katerine dargestellt, der sein Lied „Nu“ performt.
Während der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris stellten Dragqueens also nicht „Das letzte Abendmahl“ dar und Jesus wurde auch nicht „durch eine korpulente Frau ersetzt“. Stattdessen wurde ein Zeichen für Vielfalt und Freude gesetzt.
Quellen:
bfmtv.com (FR), cnn.com (EN), katholisch.de, nytimes.com (EN), sonntagsblatt.de, spiegel.de, Spiegel.de, wikipedia.org (EN), wikipedia.org, wikipedia.org, wikipedia.org, wikipedia.org, Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 via youtube.com