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Ponte delle Tette: Prostitution in Venedig

Venedig ist eine Stadt in Italien. Seit 1987 steht sie auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Sie ist eine der am meisten von Touristen besuchten Städte, auch, da sie für ihre vielen Brücken bekannt ist.

Eine von ihnen ist die „Ponte delle Tette“ (zu Deutsch: „Brücke der Brüste“). Diese Brücke soll im 16. Jahrhundert für Prostituierte gebaut worden sein, um diese zu unterstützten. Doch simmt das?

Über diese Bewertung

Das Geschäft boomt

Im Venedig des 14. Jahrhunderts war Prostitution gang und gäbe. Die Menschen waren der Meinung, dass es der Gesellschaft guttun würde, denn es war der einfachsten Weg, eine große Menge betrunkener und bewaffneter junger Männer bei Laune zu halten. Und für die Frauen war es eine Chance, Geld zu verdienen und somit nicht zu verhungern.

Von der venezianischen Stadtverwaltung wurde das Rotlicht-Geschäft geduldet, da die Prostituierten ihre Erträge versteuerten. Nur von der katholischen Kirche war das Geschäftsmodell nicht gerne gesehen, weshalb die Prostitution 1412 auf ein bestimmtes Viertel in der Nähe des Rialto-Marktes beschränkt wurde. Auch wurden die Prostituierten in ihren Freiheiten stark eingeschränkt; so durften sie das Viertel nur samstags verlassen und mussten dabei einen gelben Schal tragen. Außerdem durften sie an bestimmten Feiertagen nicht arbeiten. Wer gegen diese Regeln verstieß, konnte ausgepeitscht werden.

Trotzdem boomte das Geschäft weiter. Im 16. Jahrhundert arbeitete rund ein Zehntel der venezianischen Bevölkerung im Rotlichtmilieu. Doch die Prostituierten sahen sich zunehmend einer „Gefahr“ gegenüber: Homosexuellen. Denn mittlerweile gab es nicht mehr nur weibliche, sondern auch männliche Prostituierte, ebenso wie hetero- und homosexuelle Freier.

Der Kampf gegen Homosexualität

Ponte delle Tette (Venice)

Um den Homosexuellen den Kampf anzusagen, entschied sich die Regierung dazu, dass Prostituierte rund um die Brücke, die heute als „Brücke der Brüste“ bekannt ist, ihre Brüste offen zeigen durften. Von nun an hingen also tagsüber (und nachts mit Laternen beleuchtet) nackte Brüste von den Balkonen und aus den Fenstern der Häuser rund um die Brücke.

Dies diente einerseits dazu, auf den ersten Blick zu erkennen, dass es sich bei der Prostituierten auch tatsächlich um eine Frau handelt. Auf der anderen Seite sollten homosexuelle Männer so von der „Sünde gegen die Natur“ abgelenkt werden.

Es wurden auch Frauen dafür bezahlt, sich oberkörperfrei auf die Brücke zu stellen. Sie sollten versuchen, homosexuelle Männer mit ihren Brüsten anzulocken. War dies erfolgreich, sollten die Männer durch Geschlechtsverkehr „umgepolt“ werden. Ganz nach dem Motto: Schläfst Du mit einer Frau, die Ahnung von dem hat, was sie tut, wirst Du heterosexuell.

Dass das wissenschaftlich gesehen Quatsch ist, dürfte heutzutage wohl klar sein. Aufzeichnungen über die Erfolgsquote dieses Plans gegenüber Homosexuellen gibt es übrigens nicht.

Selbstverständlich steht die Brücke auch heute noch (warum sollte man sie auch abreißen?), nur wird man wohl keine nackten Frauen mehr vorfinden.

Quellen:
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