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Zwingt der Klimawandel Eisbären zum Kannibalismus?

Schmelzende Pole, Steigende Meeresspiegel, Naturkatastrophen: Der Klimawandel stellt uns vor zahlreiche Herausforderungen. Und es scheint, als würde er noch weitaus mehr Gefahren bergen, als uns bisher bekannt war. Der Eisbär gilt schon lange als ein großes Sorgenkind der Forscher. Jetzt sollen sich Berichte von Kannibalismus bei den Tieren häufen. Ist der Klimawandel schuld?

Über diese Bewertung

In der Natur jagen Eisbären vor allem Robben. Für die Jagd sind sie auf das Packeis angewiesen. Denn nur dort haben sie die Möglichkeit, ihrer Beute an Atemlöchern aufzulauern oder das Eis zu durchbrechen und sie zu überraschen. Im freien Gewässer haben sie kaum eine Chance, die schnellen Tiere zu erwischen. Da das Packeis nur zu bestimmten Jahreszeiten vorhanden ist, sind Eisbären darauf angepasst, für längere Zeit zu fasten. Allerdings ist die Jagdsaison mittlerweile bedrohlich kurz. Forscher gehen davon aus, dass in 80 Jahren beinahe alle Eisbären ausgestorben sein werden.

Macht die Verzweiflung die Tiere zu Kannibalen?

Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte von Fällen, in denen die stärkeren, männlichen Tiere bei längeren Fastenzeiten Weibchen und deren Junge angreifen. Kein Wunder also, dass diese Fälle mit fortschreitender Not ansteigen. Jedoch räumen Forscher auch ein, dass in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Menschen in der Arktis beachtlich gestiegen sei. Mit der fortlaufenden Erschließung der dortigen Rohstoffquellen kommen immer mehr Arbeiter in die Gegend. Es ist also möglich, dass nicht die Zahl der Fälle, sondern lediglich die der Berichte durch den Menschen gewachsen sei.

Der Mensch in der Arktis

Laut Beitrag seien „das schmelzende Eis und die Gewinnung fossiler Brennstoffe in der Arktis“ schuld am Kannibalismus der Bären. Tatsächlich konnten Potsdamer Wissenschaftler eine Simulation erstellen, durch die die Verbrennung fossiler Brennstoffe direkt mit dem Schmelzen der arktischen Eisdecke in Verbindung gebracht wird. In der Arktis selbst sollen Schätzungen zufolge etwa 16 Prozent der weltweiten Erdöl- und etwa 30 Prozent der Erdgasreserven liegen. Die Gewinnung dieser Rohstoffe wird stark gefördert und stellt den wichtigsten wirtschaftlichen Zweig der Region dar, doch die praktische Umsetzung zeigt sich noch schwierig. Die extremen Wetterbedingungen, die fehlende Infrastruktur und die saisonale Dunkelheit vor Ort machen die Erschließung der Gas- und Ölfelder derzeit noch unrentabel.

Fazit

Ob die Eisbären erst durch den Klimawandel zum Kannibalismus getrieben werden, kann nicht sicher gesagt werden. Die Sichtungen häufen sich zwar, was sich aber einfach durch die steigende Zahl an Arbeitern in der Arktis erklären lässt. Da die Jagdsaison durch das schmelzende Packeis allerdings immer kürzer und damit die Fastenperioden immer länger werden, kann das aber durchaus möglich sein. Es ist außerdem bekannt, dass das Schmelzen der Eisdecke in der Arktis direkt mit der Verbrennung fossiler Energieträger in Verbindung steht.

Dass die Gewinnung vor Ort auch dazu beiträgt ist jedoch ein Trugschluss: Zwar wird die Erschließung der Gas- und Ölfelder dort fortlaufend gefördert, aufgrund der geografischen Hindernisse steckt dieser Wirtschaftszweig aber noch in den Kinderschuhen. Werden die Rohstoffquellen jedoch im Laufe der nächsten Jahre auch noch ausgeschöpft, leistet auch dies einen großen Beitrag zum Klimawandel und birgt zudem weitere Gefahren für die arktische Umwelt. Ölverunreinigungen in arktischen Gewässern sind nur sehr schwierig zu beseitigen und stellen auf lange Sicht eine große Gefahr für die Tiere dar. Um die Fauna an den Polen zu schützen ist ein Umdenken bei der Energiegewinnung auf jeden Fall notwendig.

Quellen:
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